„Niemand geht in Los Angeles zu Fuß“, sagt Alyssa Sutherland, die Hedy Lamarr vergangenes Jahr in Folge #2.3 der US-amerikanischen Zeitreise-TV-Serie Timeless spielt. Die Handlung der Folge mit dem Titel Hollywoodland ist im Jahr 1941 angesiedelt. Hedy lehnt gerade das unfertige Skript von Casablanca ab, jenem bis heute unvergessenen Film, mit dem schließlich Ingrid Bergman ihren Durchbruch zum großen Star erlebte. Sutherland alias Lamarr spricht auch das schon bekannte Bonmot aus: „Jedes Mädchen kann glamourös sein. Man muss nur still stehen und dumm drein schauen.“ Und natürlich macht das Timeless-Team von ihren Fähigkeiten als geniale Erfinderin Gebrauch – wie übrigens schon 2017 die Helden von Legends of Tomorrow, einer anderen Zeitreise-Serie, deren Folge #3.6 im Jahr 1937, also am Beginn der Hollywood-Karriere der gebürtigen Wienerin, spielt.
 
Hedys Hollywood hat sich seit der Zeit um 1940 sehr verändert, aber eines stimmt noch immer: In Los Angeles kommt man zu Fuß nicht weit. Beim Versuch, ihren Spuren in dieser Stadt zu folgen, hatte ich weite Distanzen zu überwinden. Und hat man die eine oder andere Location dann erreicht, steht man oft vor einem Bauwerk, das nur sehr wenig oder gar nichts mehr mit den Orten zu tun hat, an denen Hedy sich einst aufhielt. Zwar befindet sich ihr Stern immer noch auf dem Hollywood Boulevard, doch viele von den Orten, an denen sie einst lebte oder die sonst in einem Zusammenhang mit ihr stehen, haben sich teils stark verändert.
 
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Hollywood Boulevard © Andrea Winklbauer
 
So steht auf dem Grundstück am Wiltshire Boulevard, auf dem sich das Kaufhaus befand, in dem Hedy Lamarr am 28. Jänner 1966 beim Ladendiebstahl erwischt wurde, heute ein Teil des umfangreichen Komplexes des LACMA, des Los Angeles County Museum of Art oder an der Adresse der ehemaligen Hollywood Canteen heute ein eher hässliches Parkhaus.
 
LACMA, Los Angeles County Museum of Art © Andrea Winklbauer

Ort der ehemaligen Hollywood Canteen © Andrea Winklbauer
 
Zurück in die 1940er- und 1950-Jahre führen Adressen in Beverly Hills und Bel Air. Die 1938 erbaute Hedgerow Farm in der Benedict Canyon Road ist abgelegen und leider schwer zugänglich.
 
Hedgerow Farm © Archiv Anthony Loder
 
Dort lebte Hedy Lamarr von 1939 bis Anfang 1946, davon bis Oktober 1940 mit ihrem zweiten Ehemann Gene Markey, ihrem 1939 geborenen Adoptivsohn James und einer dänischen Dogge und von 1943 bis Ende 1945 mit Ehemann Nr. 3, John Loder, dem Adoptivsohn und der 1945 geborenen Tochter Denise, genannt Dede.
 
© Archiv Anthony Loder

© Archiv Anthony Loder
 
Ein Haus auf dem Roxbury Drive wurde in den späteren 1940ern als „Home of Hedy Lamarr“ auf einer Ansichtskarte vermarktet.
 
© Jüdisches Museum Wien
 
Hier lebte sie mit den inzwischen zwei gemeinsamen Kindern Denise und Anthony (geb. 1947) nach ihrer Trennung von John Loder. Das 1930 errichtete, ehemals weiß gestrichene und mit grünen Fensterläden versehene Haus sieht heute in gedeckteren Farben und ohne Läden heute zwar gepflegt, aber leider nicht mehr ganz so hübsch wie damals aus.
 
© Andrea Winklbauer
 
Es gäbe in Los Angeles noch viele Hedy-Lamarr-Orte zu entdecken, darunter das Wohnhaus in Bel Air, das sie mit ihren Kindern in den 1950ern bewohnte, oder den Forest Lawn Memorial Park in den Hollywood Hills, wo Hedys Mutter Gertrude Kiesler begraben liegt. Doch diese Besuche müssen leider warten – bis zum nächsten Mal.
 
Titelbild: © Jüdisches Museum Wien