Kinder und Familien

 

Geschichte(n) mit Celina -
Das Jüdische Museum Wien für zuhause


 

Weltreisen im Museum
Wer gerade keine weiten Reisen machen kann oder will, kann Celina auf ihren Weltreisen im Jüdischen Museum Wien begleiten. Sie spaziert durch die Stockwerke und reist so von Wien durch die Welt. Wenn ihr wieder zu uns ins Museum kommen könnt, dann sucht doch ihren Stammplatz im Museum und macht ein Foto von ihr. Weil Celina Fotos liebt. Und wir auch.

Celina verreist trotz allem
Celina verreist auf ganz spezielle Art. Sie benötigt keine Tickets, sie muss sich nicht anstellen und kein Auto mieten. Sie verreist einfach so, in dem sie den Objekten in den Ausstellungen zuhört. Sie war schon in Amsterdam und in Süddeutschland, in Ägypten, in Venedig und in Israel. Wenn sie es bis in die USA geschafft hat, geht sich eine Reise nach Shanghai ebenfalls aus!




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© JMW


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Shanghai ist wirklich weit weg. Den jüdischen Wienerinnen und Wienern, die zwischen 1938 und 1941 nach Shanghai geflüchtet sind, kam es weiter vor als bis zum Mond. Die Reise dauerte mit dem Schiff sehr lang, wer mit dem Zug gefahren ist, brauchte noch länger. Ein typisches asiatisches Verkehrsmittel ist die Rikscha. In Shanghai gab es sehr viele davon! Alles wurde mit diesen Fahrzeugen transportiert – die Einkäufe, Baumaterialen und sogar Kranke und Verletzte, bevor es 1946 die ersten Rettungswägen gab.


Der chinesische Botschafter, der 1938 in Wien tätig war, hieß Feng Shan Ho. Er hat 6.000 Menschen das Leben gerettet, weil er die begehrten Visa für Shanghai ausgegeben hat. Shanghai war eine internationale Zone und deshalb brauchte man bestimmte Papiere nicht, die für andere Länder unbedingt nötig waren. Die Tickets waren richtig teuer und man musste ganz genau überlegen, was man mitnehmen sollte.


Der Arzt Franz Modern flüchtete mit seiner Frau nach Shanghai. In dieser Kiste hatten sie bestimmt Kleider und vielleicht medizinische Bücher? Ihre Tochter Elisabeth wurde in Shanghai geboren, bei ihrer Rückkehr nach Wien hatten Moderns bestimmt auch Kinderkleidung und Spielzeug eingepackt. Für die meisten Erwachsenen war Shanghai sehr anstrengend: das heiße Klima, die Feuchtigkeit, Krankheiten, komische Tiere, Impfungen. Die Kinder fanden es hingegen sehr aufregend. Manche sagen heute noch, dass Shanghai bunter ist als Wien.



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Frau Hungerleider hatte wirklich viel für die weite Reise eingepackt. Die musikbegeisterte Familie fand es wichtig, die Beethoven-Büste dabei zu haben. Und ein Grammofon – Heimat zum Mitnehmen. Zurück in Wien hatte Familie Modern die Idee, die Reisekiste in einen Tisch zu verwandeln und blau zu streichen. Dazu ist es nie gekommen.





Franz Adler stammte aus Ungarn. Er war Geiger und in Wien ein erfolgreicher Musiker gewesen. In Shanghai konnte er seine Karriere fortsetzen, denn dort liebte man klassische Musik. Herr Adler spielte im Shanghai Municipal Orchestra und trat öffentlich auf. Den Kimono hatte er in Shanghai getragen und wieder nach Wien zurückgebracht. Seine Tochter benutzte das eigentlich japanische Kleidungsstück, wenn sie im Fasching eine Chinesin sein wollte.




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Als Amalie und Alice Hirsch, Mutter und Tochter, überlegten, was sie von Wien nach Shanghai mitnehmen sollten, wählten sie neben anderen Dingen auch dieses Nudelholz. Alice heirate in Shanghai den Wiener Otto Paschkes, sie kehrten nach Wien zurück und ihre Tochter Renate verwendet es bis heute.




In Shanghai wurden die Flüchtlinge zuerst in Heimen untergebracht. Das war natürlich besser als in Wien verfolgt zu werden, aber trotzdem fürchterlich. Es war eng, Männer und Frauen wurden getrennt untergebracht und die Kinder schliefen nachts in eigenen Schlafsälen. Manche Flüchtlinge haben es geschafft, eine eigene kleine Wohnung oder wenigstens ein Zimmer zu organisieren, viele blieben immer in den Heimen. Hättet ihr gedacht, dass es in der Sammlung des Jüdischen Museums Wien chinesische Essstäbchen gibt? Edith und Ernst Grauaug hatten sich die ziemlich schicken Stäbchen aus Elfenbein in Shanghai gekauft, aber nie verwendet. Ob sie überhaupt mit Stäbchen essen konnten?


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Das chinesische Wort „Mahjong“ heißt auf Deutsch „Sperling“. Man spielt es zu viert und es ist richtig, richtig kompliziert. Angeblich ist die Version am Computer leichter. Von einem Besucher weiß Celina, dass am Ende des Mahjong-Spiels immer ein feines Essen serviert wird. Vier Leute spielen gegeneinander, es gibt einen Sieger, aber das wichtigste ist das gemeinsame Essen.



Die Ausstellung über die „Wiener in China“ handelt vom Reisen und vom Heimkehren. Von Erinnerungen und Andenken. Wie wäre es mit einer Reise, die nur in der Phantasie möglich ist? Man stellt sich die Orte vor, wo man die coolsten Urlaube verbracht hat, die beste Pizza oder das leckerste Eis gegessen hat und gestaltet ein Ticket. Das gilt nur in der Phantasie und ist unbegrenzt gültig.





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Jüdisches Museum Wien
z.H. Vermittlung
Dorotheergasse 11
1010 Wien
 
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