12. Oktober 2026
Unter der Lupe

Arthur Baars Fotoalben

© JMW
„Der Cricketer-Platz in der Vorgartenstraße soll spielfähig gemacht werden,“ Fotografie, JMW, Inv.-Nr. 29579/17
 
In der Online-Collection des JMW finden sich die Fotoalben des Arthur Baar. Wir verdanken ihm einige bemerkenswerte Bilder zur österreichischen Fußballgeschichte. 
 
Eines davon ist das des Cricketer-Sportplatzes in der Vorgartenstraße, aufgenommen am Nachmittag des 6. Juni 1908. Kurz vorher hatte ein wolkenbruchartiger Starkregen das Spielfeld beinahe unbenützbar gemacht. Um den Platz bespielbar zu machen, versuchen die Platzverantwortlichen Löcher in den Boden zu bohren und das Wasser zum Versickern zu bringen, während die ersten Zuschauer bereits auf den Beginn des Fußball-Länderspieles warten. Um 18 Uhr konnte dann vor rund 4.000 Zuschauern die erste Begegnung Österreich gegen England stattfinden. Das Spiel endete 6 :1 für die Engländer. 
 
Bei unseren Recherchen für das Buch „Von der Praterbahn zum Ernst-Happel-Stadion“ hat Arthur Baar als Funktionär der Hakoah einen besonderen Stellenwert eingenommen. Von den zahlreichen internationalen Tourneen der erfolgreichen Fußballmannschaft gibt es eindrucksvolle Fotos. Die fotografische Dokumentation der Fußballgeschichte der Hakoah ist ein bedeutendes Stück österreichischer Fußballgeschichte. 
 
Einigen Spielern und Funktionären der Hakoah gelang die Flucht vor dem nationalsozialistischen Terror-Regime. Im Gedenken an die Sportler, die der Shoah zum Opfer gefallen waren, wurde im Jahr 1968 das Hakoah Denkmal in Ramat Gan in Israel errichtet. Der nach Australien geflüchtete Sportler und Bildhauer Karl Duldig gestaltete dieses Mahnmal. Initiiert wurde dieses Gedenken von der „Brith Hakoah 1909“, dem Exil-Verein der Hakoah, deren Präsident Arthur Baar war. Dokumente zur Entstehungsgeschichte und Umsetzung des Mahnmals finden sich ebenfalls in der Online-Sammlung des Jüdischen Museums Wien.
 
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Buchcover der Publikation „Von der Praterbahn zum Ernst-Happel-Stadion. Fußballgeschichte Österreichs am Beispiel der Leopoldstadt“, herausgegeben von Mario Kubista, Bernhard Hammer und Thomas Pöltl (Wien 2026)